Der Golem (1920) Zwischentitel

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In DER GOLEM - WIE ER IN DIE WELT KAM (1920) von Carl Boese & Paul Wegener gibt es eine Sequenz, in der der alte Rabbi Löw die Lehmstatue des Golem zum Leben erwecken will. Er braucht dafür ein Zauberwort. Also beschwört er den Geist Astaroth aus der Unterwelt. Dieser haucht das geheime Wort "Aemaet". Zunächst kommt nur Qualm aus dem Mund des Geistes. Augenscheinlich setzt der Rauch sich dann zu dem magischen Wort zusammen. Kurz darauf folgen heftige Blitze, und nur wenn man genau hinsieht bzw. die Standbild-Taste drückt, erkennt man, daß auch in den immer heftiger zuckenden Blitzen das Zauberwort auftaucht. Alles in allem also weniger ein Zwischentitel, sondern eine Spielerei mit Text auf Filmbild.

Für folgende Hinweise zu dem Begriff Aemaet stummen Dank an Mischa von Perger:
Das geheime Wort, das der Geist Astaroth dem Rabbi Löw bekannt gibt, heißt "Aemaet". Richtiger wäre "Aemaeth", aber Wegener hat das -h am Schluß weggelassen. Es handelt sich um die Vokalisierung eines hebräischen Wortes für "Wahrheit" (andere Schreibweisen: emeth, ameth). In der Form "aemaeth" verwendet es Jakob Grimm in seiner Rekonstruktion der Golem-Legende (1808); zitiert ist dieser Text von Hans Ludwig Held in seinem Vorwort zu Chajim Bloch, "Der Prager Golem" (1919), und vermutlich auch sonst noch öfter in der Golem-Literatur der Zeit um 1920.
In der ansonsten sehr verdienstvollen DVD-Edition des Films bei "Transit Film" fehlt leider jeder Hinweis auf dieses Wort (außer Gustav Meyrinks Golem-Roman wird in der flauen Dokumentation von R. Dixon Smith, glaube ich, überhaupt keine Quelle genannt ...)


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